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Melancholie der Engel, Selbstzweck oder Kunst?

1974 schuf Andrej Tarkowski mit seinem Film der „Spiegel“, ein außergewöhnliches Kunstwerk. Ein Merkmal dieses Filmes war die Aufbrechung konventioneller Handlungsmuster. Zudem wurde dort auf Spannungsaufbau verzichtet. Vielmehr mehr fügten sich die Sequenzen von Selbst zusammen. In verwirrten Momenten beim Sehen von Melancholie der Engel fühlte ich mich deswegen daran erinnert. Aber um es Nüchtern zu betrachten, liegen doch Welten zwischen Beiden. Wenn Doras Film auf Spannung und eine Handlung verzichtet und stattdessen ganz auf die Magie der Bilder setzt, so ist dies wohl die einzige Gemeinsamkeit. Den Doras Film ist viel einfacher gestrickt und bewegt sich bis auf wenige Szenen nur auf einer erzählerischen Ebene. Ausserdem ist „der Spiegel“ ein fein gesponnenes wohl durchdachtes Werk und durchaus mit einem rotem Faden versehen. Doras Film ist wirre Katharsis und lebt wirklich nur von teilweise gelungenen Momentaufnahmen, meist aber dann wenn die Darsteller Raupen, Fliegen oder Doras Lieblingsmotiv, die verschimmelten Puppen sind. Die 165 Minuten würden also ein par durchaus beachtenswerte Kurzfilme enthalten. Ich denke dabei an die erste Hälfte, bis zu dem Zeitpunkt an dem das Haus auf dem Land betreten wird und gleichsam der Gang zum Kloster (Wo haben sie das Alles überhaupt gedreht? ), Grossartige düstere Momente, die man als schwarzromantische Reminiszenzen an die Gesänge des Maldoror, Marquis de Sade oder Lord Byron ansehen kann, von dem ja auch zu Anfang ein Gedicht rezitiert wird. Doch dazwischen liegen so viele Szenen, die den Film mehr als ruinieren, dass ich das jetzt hier nicht mal aufzählen möchte, wovon es Allerdings gegen Ende Einen Tiefpunkt gibt, wo auch die berührende Titelmelodie ruiniert wird. Manches von dem dargestellten würde selbst einem Nihilisten als Absurd erscheinen, aber folglich fragt man sich, muss ich als Mensch überhaupt das Abstruse menschlicher Krankhaftigkeit verstehen. Hierzu muss man aber sagen, dass Vieles durch die Dialoge im Film aufgeklärt wird, aber wiederum andere Zitate aus dem omipräsenten Off die Verwirrung vergrößern. Noch dazu wieder ein Vergleich mit Tarkowski. Dieser Film ist ebenso eine Glanzleistung russischer Schauspielkunst, ich denke da an die Szene mit der Mutter auf dem Zaun. Ich habe nie eine Szene in einem Film gesehen, die Natürlicher Lebensechter gewirkt hatte. Bei ME haben wir es aber mit einem Pornodarstellern, Frauen die sich selber versuchen zu spielen und Peter Martell einem Westernveteran, der sich hier den Gnadenschuss gab, zu tun. Eine wilden Mischung und dementsprechend prallt somit das Chaos aufeinander. Wohl ist das der Grund warum der Film so in die Länge gezogen wurde, weil die Darsteller nur dadurch halbwegs mit der Epik an Präsenz gewinnen. Dennoch ist es auch es in der Hinsicht um Länge besser als Nekromantik, der mich oft an einen Lehrfilm aus der Schule erinnert hatte. Allgemein ist dieser Film um Lichtjahre höher einzustufen als der Buttgereitabfall. In M.E weiss man besser das Manko mit den Darstellern halbwegs zu umschiffen, obwohl man den Eindruck hat, das die reichhaltige Bildmetaphorik, die man als Kunst ansehen kann nur in der Fülle auftritt um von der fast nicht vorhandenen Schauspielerei abzulenken. Hier könnte man meine, das es hier aber um Echtheit geht, authentisches Leid und Abgründe. Aber man merkt es durchweg, das all dies den Darstellern auferlegt wurde. Sie versuchen eben nur sie selbst zu sein indem sie es spielen. Abschliessend würde ich noch sagen, das es wohl als Amüsant betrachtet werden könnte, würde es sich um einen Fiebertraum von Richard Clayderman handeln. Veröffentlichungsdatum

7.5.13 02:19

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